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Archiv für Januar, 2011

PRO Network Neutrality

Network Neutrality is an enormous civilisatory achievement – the independence of the content in the internet from the network itself. I always thought it is something similar to the abolition of the death penalty, but it is not. It is rather similar to the abolition of slavery. The economic side effects are even more important than the content policy questions, which raise “only” issues of democracy and media politics.

The economic side effects of the unilateral weakening of Network Neutrality in Europe would lead to a different innovation scenario in Europe and – eventually – weaken the competitiveness of Europe. Tragic heroes who fought for ICT – innovation in Europe might end up with a situation even worse than before – despite all efforts and support initiatives.

For European media that development would be disastrous, – too. It would allow in many ways the return of the worldwide distribution oligopolies of the analogue era – mainly non European. For the first time these middlemen structures were weakened to the good of the European independent media industry and also for the good of the consumer. The oligopolies could then re-establish managed services to secure exclusivity in quality of experience of media – services which would probably not even be possible under current TV regulation. And it would be easier for them to leverage their elements for the off-line era into the digital age.

Digital content producers in Europe are increasingly profiting from the digital shift and media imports to Europe decrease in this field. Distribution bottlenecks of the analogue world are slowly disappearing. If we loosen network neutrality now – and capacity reasons give strong arguments – this positive trend would come to a hold. Therefore it should not be possible to identify details, other than very few standardised categories.   

Eventually it comes down to, whether we trust the network operators and especially the telecommunication companies that they will carry European content in equal conditions, when the oligopolies pay more. The realistic answer is “why should they?”. The way the I-Phone has been introduced to the European markets gives a glance on what might happen. The way telecom operators “support” the introduction of European MMO’s is another example. It would probably be a different thing, when these companies would be pure governmental bodies, but this is not the case. The real losers of the loosening of network neutrality will be the independent European media industry. Let’s hope, it will not happen.

For NEM letter 2009 (unpublished)

Ausbildung ist wichtig, aber kein Allheilmittel

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass wir im Computerspielebereich zu wenige ausgebildete Kräfte haben. Zunächst einmal ist es wohl richtig, dass wir – trotz Krise – in Europa eher einen Fachkräftemangel haben. Das liegt auch daran, dass wir als junge Games Branche noch in einer Findungsphase sind und dass spezifische Ausbildungsgänge noch nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen. Zugleich sind die betriebswirtschaftlichen, künstlerischen und technologischen Anforderungen an Spielentwickler enorm. Vielfältige Profile, hohe Anforderungen und eine klare Ergebnis- und Businessorientierung lassen  Raum für Selfmade-men.  Das macht aber auch den Reiz unserer Branche aus, viele Quereinsteiger oder Neueinsteiger beleben unsere Branche und ohne diee wäre unsere Industrie sicherlich auch nicht so interessant. Es kommt mehr als in anderen Branchen (noch) auf die konkrete Leistung, das konkrete Produkt an.

Andererseits gibt es eine gewisse Zurückhaltung seitens der Computerspielstudios gegenüber Universitäten und öffentlich geförderter Forschung. Das hat sicherlich vielschichtige, auch psychologische Gründe. Computerspielstudios werden häufig von Personen geleitet, die schon sehr früh angefangen haben, Computerspiele zu entwickeln und die deswegen keine akademische, sondern eine praktische Karriere gemacht haben. Die verschiedenen Welten zu überbrücken ist nicht immer einfach. Das ist auch einer der Gründe, warum bislang nur in wenigen Fällen Computerspielestudios an kollaborativen Forschungsprojekten beteiligt sind.

Ein Spanungsfeld ist auch das konkrete Anforderungsprofil. Es gibt offene Stellen in unserer Branche und das trotz der Krise. Zugleich gibt es in allgemeinen Fragen sehr gut ausgebildete und hochmotvierte Studienabgänger. Andererseits: Arbeitnehmer brauchen Erfahrung, und zwar echte Industrieerfahrung, nicht nur Ausbildungserfahrung um sofort anfangen zu können. Das ist nicht so einfach zu bekommen. Hier beißt sich häufig die Katze in den Schwanz.

Was ist zu tun? Die Diskussion ist notwendig, aber sie darf nicht von der Diskussion um die Finanzierung der Computerspielstudios abzulenken. Denn eines ist sicher, die Ausbildungsdiskussion hängen auch mit der Finanzausstattung der Computerspielstudios zusammen. Denn Mitarbeiter von Computerspielstudios, die auf Dauer zu wenig verdienen, werden sich möglicherweise neu orientieren. Oder sie wandern ins Ausland ab, wenn dieses besser bezahlt.  Nein, Ausbildung ist kein Allheilmittel wohlfeil vorgetragen von sogenannten Experten. Was wir brauchen ist eine konstruktive und sachorientierte Diskussionen um Ausbildungsformen und Strukturen- und natürlich um Lehrinhalte. Und insoweit auch eine Konkurrenz der Syteme. Ich selbst unterrichte seit vielen Jahren an der Berliner Games Academy und einer französischen Universität und ich erlebe die unterschiedlichen herangehensweisen als außerordentlich befruchtend. Dabei muss im Mitelpunkt stehen, welche Ausbildung konkret und individuell für die Anforderungen der Industrie Bedeutung hat. Formale Fragen sollten eine möglichst geringe Rolle spielen. Dann können wir mit Ausbildung einen entscheidenden Schritt nach vorne kommen.

 Zuerst erschienen bei Gamesmarkt 2009